Ich steh an deiner Krippen hier

1. Ich steh an deiner Krippen hier, o Jesu, du mein Leben;
ich komme, bring und schenke dir, was du mir hast gegeben.
Nimm hin, es ist mein Geist und Sinn,
Herz, Seel und Mut, nimm alles hin
und lass dir’s wohlgefallen.

2. Da ich noch nicht geboren war, da bist du mir geboren
und hast mich dir zu eigen gar, eh ich dich kannt, erkoren.
Eh ich durch deine Hand gemacht,
da hast du schon bei dir bedacht,
wie du mein wolltest werden.

3. Ich lag in tiefster Todesnacht, du warest meine Sonne,
die Sonne, die mir zugebracht Licht, Leben, Freud und Wonne.
O Sonne, die das werte Licht
des Glaubens in mir zugericht’,
wie schön sind deine Strahlen!

Infos zum Lied 

 

 Auch dieses alte Krippenlied entstand, wie viele Weihnachtslieder, in einer Zeit der Not. Der bekannte Kirchenlieddichter und Pfarrer Paul Gerhardt dichtete es kurz nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges. Das Lied ist ein inniges Zwiegespräch zwischen dem lyrischen Ich und dem Kind in der Krippe. Vielleicht verweist es auch auf den Besuch der drei Weisen im Stall, die „kommen, bringen und schenken“, wie es in der schönen Sprache Paul Gerhardts gedichtet ist. Das Lied transportiert die Gewissheit, dass das Licht aus der Krippe auch in der tiefsten ´“Todesnacht“ scheinen wird. 

Das Lied verbreitete sich mit zwei Melodien – einer von Martin Luther und der heute bekannteren von Johann Sebastian Bach. Zu sehen ist in diesem Video die traditionelle Weihnachtskrippe der Christuskirche Watzenborn-Steinberg, wie auch in den Türchen-Videos Nr. 6 und 26.