Oh du fröhliche

1. O du fröhliche, o du selige,
gnadenbringende Weihnachtszeit!
Welt ging verloren, Christ ist geboren:
Freue, freue dich, o Christenheit!

2. O du fröhliche, o du selige,
gnadenbringende Weihnachtszeit!
Christ ist erschienen, uns zu versühnen:
Freue, freue dich, o Christenheit!

3. O du fröhliche, o du selige,
gnadenbringende Weihnachtszeit!
Himmlische Heere jauchzen Dir Ehre:
Freue, freue dich, o Christenheit!

Infos zum Lied

 

Am Schluss jeder Christvesper am Heiligen Abend erklingt dieses festliche Lied, das in seinen drei Strophen die Quintessenz des Christfestes auf den Punkt bringt. In drei mal sechs Worten in der Mitte der sonst gleichlautenden Strophen wird die Bedeutung und das Wunder der Weihnacht besungen: Christ kam in die verlorene Welt, von Gott als Versöhnungsgeste zu den Menschen geschickt und als erstes von den Engeln, den „himmlischen Heeren“, auf den Feldern von Bethlehem bejubelt. Das Lied ist ein großer Aufruf zum gemeinsamen Jubel, entstanden in einer Zeit der Not in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts nach den Napoleonischen Befreiungskriegen.

 Der Pädagoge Johannes Daniel Falk schrieb das Lied für die Kinder des von ihm gegründeten Waisenhauses in Weimar. Er verwendete die Melodie eines sizilianischen Schifferliedes und er dichtete es als „Allerdreifeiertagslied“ mit jeweils einer Strophe zu Weihnachten, Ostern und Pfingsten. Erst einige Jahre später machte sein Mitarbeiter Heinrich Hozschuher ein reines Weihnachtslied daraus mit den drei bekannten Strophen. Man kann es in stiller weihnachtlicher Freude allein singen. Aber als großer gemeinsamer Festgesang, einstimmend in den Jubel der Engel, vermag das Lied große Weihnachtsfreude in die Seele zu zaubern.