Ihr Kinderlein kommet

1. Ihr Kinderlein, kommet, o kommet doch all!
Zur Krippe her kommet in Betlehems Stall
und seht, was in dieser hochheiligen Nacht
der Vater im Himmel für Freude uns macht!

2. O seht in der Krippe, im nächtlichen Stall,
seht hier bei des Lichtleins hellglänzendem Strahl,
in reinlichen Windeln das himmlische Kind,
viel schöner und holder, als Engel es sind.

3. Da liegt es, das Kindlein, auf Heu und auf Stroh,
Maria und Josef betrachten es froh;
die redlichen Hirten knien betend davor,
hoch oben schwebt jubelnd der Engelein Chor.

4. O beugt wie die Hirten anbetend die Knie,
erhebet die Hände und danket wie sie!
Stimmt freudig, ihr Kinder – wer wollt sich nicht freun? –
stimmt freudig zum Jubel der Engel mit ein!

 

Infos zum Lied

Kommet, seht, beugt, danket, stimmt an – mit diesen Verben fordert der Dichter Christoph von Schmid die Adressaten seines Krippenliedes auf, vor der Krippe zu verweilen und gemeinsam mit Maria, Joseph, den Hirten und den Engeln das Weihnachtswunder zu verstehen. Der Dichter wollte mit seinem Gedicht „Die Kinder bey der Krippe“ die Kleinsten an das Geheimnis der Menschwerdung Gottes heranführen. Vor Augen hatte er dabei die Dinkelsbühler Weihnachtskrippe seiner eigenen Kindheit.

Die Melodie stammt von Johann Abraham Peter Schulz, der auch die Melodie zu „Der Mond ist aufgegangen“ komponiert hat. Erst 1832 brachte ein Lehrer aus Gütersloh den Text von „Ihr Kinderlein, kommet“ und die Melodie, die Schulz zu einem Frühlingslied komponiert hatte, zusammen und schuf damit die bis heute bestehende Verbindung, die das Lied zu einem beliebten Weihnachtslied nicht nur für Kinder gemacht hat.