Vom Himmel hoch

1. »Vom Himmel hoch da komm ich her, ich bring euch gute neue Mär;
der guten Mär bring ich so viel, davon ich singen und sagen will-„

2. Euch ist ein Kindlein heut geborn von einer Jungfrau auserkorn,
ein Kindelein so zart und fein, das soll eu’r Freud und Wonne sein.

3. Es ist der Herr Christ, unser Gott, der will euch führn aus aller Not,
er will eu’r Heiland selber sein, von allen Sünden machen rein.

4. Er bringt euch alle Seligkeit, die Gott der Vater hat bereit’,
dass ihr mit uns im Himmelreich sollt leben nun und ewiglich.“

5. Davon ich allzeit fröhlich sei, zu springen, singen immer frei
das rechte Susaninne schön, mit Herzenslust den süßen Ton.

6. Lob, Ehr sei Gott im höchsten Thron, der uns schenkt seinen ein’gen Sohn.
Des freuet sich der Engel Schar und singet uns solch neues Jahr.

Infos zum Lied

Es ist eines der ältesten und beliebtesten Weihnachtslieder, das Menschen seit fast 500 Jahren in jeder Weihnachtszeit begleitet. Martin Luther dichtete es 1534 für seine Kinder als Überraschung an Heiligabend und nannte es ein „Kinderlied auf die Weihnachten Christi“. Luther dichtete insgesamt 15 Strophen und schaute dabei wie bei vielen seiner Texte „dem Volk aufs Maul“: er nahm ein sogenanntes Bänkellied zum Vorbild, ein bekanntes mittelalterliches Erzähllied, das der Sänger mit den Worten begann „Ich komm aus fremden Landen her …“. In Luthers Lied kommt der Engel und bringt die frohe Botschaft von der Geburt Jesu auf die Erde. Er ruft die Menschen auf, mit den Hirten zur Krippe zu gehen und am Ende des langen Liedes das Kind in der alten Tradition des „Kindelwiegens“ mit einem „Susaninne“, einem Schlaflied, in den Schlaf zu wiegen.

Das Lied ist so bekannt, dass viele Komponisten sich von der Melodie, die Luther selbst komponiert hat, inspirieren ließen. Johann Sebastian Bach verwendete die Melodie drei Mal in seinem Weihnachtsoratorium.

Die Comics zu den hier gesungenen Strophen hat die Comiczeichnerin Felice Meer für diesen Liedkalender gezeichnet.