Schneeflöckchen, Weißröckchen

1. Schneeflöckchen, Weißröckchen,
wann kommst du geschneit?
Du wohnst in den Wolken,
dein Weg ist so weit.

2. Komm setz dich ans Fenster,
du lieblicher Stern,
malst Blumen und Blätter,
wir haben dich gern.

3. Schneeflöckchen, du deckst uns
die Blümelein zu,
dann schlafen sie sicher
in himmlischer Ruh’.

4. Schneeflöckchen, Weißröckchen,
komm zu uns ins Tal.
Dann bau’n wir den Schneemann
und werfen den Ball.

Infos zum Lied

 Die Breslauer Kindergärtnerin Hedwig Haberkorn, die sich als Kinderbuchautorin „Tante Hedwig“ nannte, schrieb 1869 die „Geschichte von der Schneewolke“, aus der das Lied „Schneeflöckchen, Weißröckchen“ stammt. Sie nennt die Schneeflocke bei ihrem schlesischen Namen „Weißröckchen“. Im Zentrum des Liedes steht der Spaß und das Vergnügen im Schnee und die kalte Jahreszeit wird als positive Zeit dargestellt. Damit ist „Tante Hedwig“ ihrer Zeit ein Stück voraus, denn im 19. Jahrhundert wurde der Winter als eine Zeit von grimmiger Kälte, Härte, Entbehrungen und Überlebensangst empfunden. Auch der Gedanke, dass der Schnee eine lebensnotwendige Schutzfunktion für die Pflanzen hat, kommt in diesem Lied erstmals in kindlicher Sprache zum Ausdruck. Die Pflanzen sind nicht tot, sondern sie schlafen „in himmlischer Ruh“. Die Schneeflocke wird zum Spielkameraden der Kinder und der Schneemann zu einem fröhlichen Gesellen, den man gern baut – wenn, ja wenn denn endlich mal Schnee kommt…